Eine Neubaustrecke der Bahn von Hannover nach Bielefeld mit einem Verlauf über Stadthagen, wie er als mögliche Variante durch den ersten und den zweiten Entwurf des Zielfahrplans 2030plus in die Diskussion geraten ist, würde nicht nur einen Tunnel durch den Harrl und durch das Wesergebirge sowie eine gigantische Brückenkonstruktion bei Kleinenbremen/Selliendorf mit entsprechend katastrophalen Auswirkungen auf Natur, Ökologie und Landschaftsbild erforderlich machen, er würde unter anderem auch den RuheForst Schaumburger Land im Harrl der vollständigen Vernichtung preisgeben.

Darum: Jegliche Variante einer neuen Schnellfahrtrasse der Bahn durch das Schaumburger Land ist grotesker, absurder Wahnsinn und ein Verbrechen an unserer Heimat.


Kommt die Schnellfahrstrecke der Bahn durch den Landkreis Schaumburg, dann wird es bei uns ebenso aussehen wie auf der Großbaustelle der ICE-Neubaustrecke Ulm-Wendlingen:

Ein groteskes Horror-Szenario aus Schutt, Kies, Geröll, Beton, Abraumhalden, Baufahrzeugen und ohrenbetäubendem Lärm, ein einziger Alptraum aus ruinierter Landschaft, zerstörtem Lebensraum und vernichteter Natur.

Darum: Jedwede Neubau-Variante der Bahn durch Schaumburg muss unter allen Umständen und mit allen zur Verfügung stehenden legalen Mitteln verhindert werden. Nur und ausschließlich der trassennahe Ausbau der vorhandenen Bahnstrecke von zwei auf vier Gleise ist zu akzeptieren.


Am 07.05.2019 wurde der zweite Gutachter-Entwurf des Zielfahrplans 2030plus für den Deutschland-Takt veröffentlicht. Er bestätigt, dass das Bundesverkehrsministerium für die Schnellfahrstrecke von Bielefeld nach Hannover einen Verlauf über Stadthagen und nicht - wie vom Staatssekretär Ferlemann angekündigt - entlang der Autobahn A2 durch das Auetal beabsichtigt. Grund für diesen Verlauf ist die Absicht, in Stadthagen die ICs von Hannover Richtung Osnabrück/Amsterdam von der Neustrecke auf die Altstrecke wechseln zu lassen.

Damit ergibt sich nur noch ein extrem schmaler Korridor zwischen Bückeburg, Bad Eilsen, Ahnsen und Vehlen, in dem die Neubaustrecke überhaupt verlaufen könnte. Erforderlich wären Tunnel durch das Wesergebirge bei Kleinenbremen/Schermbeck sowie unter dem Harrl hindurch. Andere Varianten wie etwa bei Porta mit Tunnel durch den Jakobsberg, durch das Auetal oder am Mittellandkanal wären bei der Vorgabe einer Kopplung mit Stadthagen ausgeschlossen.


Enak Ferlemann, Parmalentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, hat im Interview auf Radio 1 Niedersachsen am 05.03.2019 auf die Frage von NDR-Korrespondent Wilhelm Purk bestätigt, was seit der Veröffentlichung des Gutachterentwurfs zum Zielfahrplan Deutschland-Takt am 09.10.2018 vermutet wurde: Es gibt im Ministerium die konkrete Überlegung einer neuen Schnellfahrtrasse entlang der Bundesautobahn A2 von Bielefeld nach Hannover. Dass das angesichts der Steigungen der A2 insbesondere im Bereich des Wesergebirges technisch für eine ICE-Schnellfahrstrecke gar nicht möglich wäre, scheint den Herrn Staatssekretär nicht zu interessieren.


Update 2018 / 2019

 

Sowohl die von 2002 bis 2004 diskutierten Neubautrassenverläufe zwischen Bückeburg und Porta Westfalica als auch die im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgeschlagene Neubautrasse sind nur für eine Maximalgeschwindigkeit von 230 Stundenkilometern ausgelegt. Seit der Veröffentlichung des ersten Gutachterentwurfs zum Zielfahrplan Deutschland-Takt am 9. Oktober 2018 verfolgt das Bundesverkehrsministerium jedoch laut eigenen Angaben das Vorhaben einer komplett neuen Schnellfahrtrasse mit 300 Stundenkilometern zwischen Bielefeld und Hannover.

 

Damit scheinen die bislang diskutierten Neubautrassenverläufe nicht mehr aktuell, da sie den Anforderungen des Deutschland-Takts nicht genügen. Wo eine komplett neue Schnellfahrtrasse verlaufen könnte, ist derzeit noch völlig offen. Von Seiten des Fahrgastverbands Pro Bahn wurden Vermutungen geäußert, es könnte sich um einen Verlauf nahe oder entlang der Autobahn A2 handeln.


Das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) hat im ersten Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 eine Neubautrasse der Bahn von Echtorf nach Porta Westfalica mit Tunnel durch den Jakobsberg (rot gestrichelt) vorgeschlagen.

 

In der endgültigen Fassung ist in der Maßnahmenbeschreibung nur noch die Rede von "zwei zusätzlichen Gleisen im Korridor Seelze – Porta Westfalica".

 

Das bedeutet: Auch die Neubautrassenentwürfe aus den Jahren 2002 - 2004 (rote Linien) rücken damit wieder in den Bereich des Möglichen.

 

Damit sind nicht nur Bückeburg,Evesen, Neesen und Lerbeck, sondern nahezu das ganze Schaumburger Land sowie Minden und Porta Westfalica sind betroffen!


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