Die Bürgerinititiative gegen den trassenfernen Ausbau der Bahn in Bückeburg, Minden und Porta Westfalica (BIGTAB) hat schon einmal in den Jahren 2002 bis 2004 erfolgreich gegen unsinnige Neubaupläne der Bahn gekämpft. Der damalige Bahn-Chef Hartmut Mehdorn plante eine Neubautrasse zwischen Hannover und Porta Westfalica mit entsprechend dramatischen Folgen für Umwelt, Landwirtschaft und Wohnbevölkerung. Der von der BIGTAB angeführte massive Protest aus der Bevölkerung der Region sowie allen Ebenen der Politik erreichte, dass der Deutsche Bundestag das Vorhaben 2004 ablehnte und sich einstimmig für den trassennahen Ausbau der Bahnlinie Minden-Hannover entschied.

Doch statt die Entscheidung des Deutschen Bundestags umzusetzen, holte das Bundesverkehrsministerium 2016 im Bundesverkehrswegeplan 2030 die absurde Idee einer Neubaustrecke zwischen Bückeburg und Porta Westfalica mit einem Tunnel durch den Jakobsberg wieder aus der Schublade. Die Folgen eines solchen Neubaus wären - wie schon 2002 - eine gigantische Umwelt-, Natur- und Landschaftszerstörung, unter der am meisten die Bückeburger Ortsteile Achum, Scheie, Meinsen, Warber, Petzen, Evesen und Röcke, der Osten von Minden sowie große Teile von Porta Westfalica zu leiden hätten, sowie eine schier unglaubliche Verschwendung von Steuergeldern.  Der gesamte Norden Bückeburgs würde sich auf Jahrzehnte in eine Mondlandschaft verwandeln, das kostbare Naturschutzgebiet “Bückeburger Niederung” für immer vernichtet. Die Folgen für Ökologie, Landwirtschaft, Grundwasser und Tourismus wären - auch wegen der völlig unkalkulierbaren Planungs- und Bauzeit eines solchen Mammutprojekts - verheerend.

Seit 2016 kämpft die Bürgerinititiative BIGTAB daher erneut gemeinsam mit der Bevölkerung der Region und der gesamten heimischen Politik gegen den Wahnsinn eines solchen Vorhabens.

 

 

 

UPDATE 2018 / 2019

 

 

 

Mit der Veröffentlichung des ersten Gutachterentwurfs zum Zielfahrplan Deutschland-Takt am 9. Oktober 2018 scheint sich die Situation grundlegend geändert zu haben. Nach diesem Gutachterentwurf sind jetzt nicht mehr acht Minuten sondern 17 Minuten Fahrzeiteinsparung zwischen Hannover und Bielefeld und eine Fahrgeschwindigkeit von 300 Stundenkilometern für den Deutschland-Takt erforderlich. Zwischen Hannover und Hamm soll die Reisezeit für den Fernverkehr auf unter eine Stunde gesenkt werden (zur Zeit sind es 77 Minuten). Diese Anforderung erfüllt die Tunneltrasse aus dem Bundesverkehrswegeplan 2030 mit ihrer Maximalgeschwindigkeit von 230 Stundenkilometern jedoch nicht.

 

Aus diesem Grund scheint das Bundesverkehrsministerium die Idee der Tunneltrasse aus dem Bundesverkehrswegeplan zugunsten eines noch viel gigantischeren Vorhabens verworfen zu haben: Einer vollständig neuen Schnellfahrstrecke von Bielefeld nach Hannover. Wo diese verlaufen soll, ist derzeit noch völlig offen. Auf Grund der extrem hohen Anforderungen an die Kurvenradien einer solchen Hochgeschwindigkeitstrasse bleiben dafür nur sehr wenige potentielle Varianten, die in jedem Fall zu einer enormen Beeinträchtigung des jeweils betroffenen Gebiets führen würde. Von Seiten des Fahrgastverbands Pro Bahn wurden Vermutungen geäußert, es könnte sich um einen Verlauf nahe oder entlang der Autobahn A2 handeln.